3D-Druck für Knochenimplantate

Nach Knochenbrüchen ist häufig die Implantation von metallischen Prothesen, Schrauben oder Platten angezeigt, um den Bruch zu stabilisieren und ausheilen zu lassen. Neben titanbasierten Prothesen, die im Körper verbleiben sollen (z. B. als Gelenkersatz) werden zur kurzfristigen Schienung auch resobrierbare Materialien wie Magnesiumlegierungen eingesetzt. Der Vorteil hier ist, dass die Schrauben, Platten oder sonstigen Teile nicht in einer zweiten Operationen wieder entfernt werden müssen. Grundvoraussetzung ist, dass das Implantat über eine möglichst raue und poröse Oberfläche verfügt, die vom Körper als Angriffspunkt mit neuen Knochenzellen bewachsen werden kann. Forscher der ETH Zürich haben dazu jüngst ein neues Herstellungsverfahren vorgelegt, dass auf 3D-druckbare Materialien setzt. Dazu wird als Ausgangsbasis eine gelartige magensiumhaltige Salzpaste in additiver Fertigung zu einem Grundgerüst aufgebaut, welches anschließend gesintert und mit flüssigem Magnesium aufgefüllt wird. Zum Abschluss werden verbliebende Salzreste wieder herausgelöst. Nach Einschätzung der Forscher ist die beschriebene Methode auf für andere Materialien anwendbar.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Advanced Materials, doi: 10.1002/adma.201903783; www.forschung-und-wissen.de

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