Wie zuverlässig ist die Apple Watch bei der Detektion von Vorhofflimmern?

Mit seiner Ankündigung, dass die Apple Watch 4 mehrere FDA-zertifizierte Dienste anbieten wird, hat der US-Konzern im September letzten Jahres eine Bombe platzen lassen.

Das Ungewöhnliche daran: eng wie nie arbeiteten die US-Zulassungsbehörde FDA und der Technikkonzern an der Marktzulassung gleich mehrerer Health-Anwendungen. Ob die Apple Watch aber auch zuverlässig Vorhofflimmern-Episoden erkenn kann, war noch zu beweisen. Einen ersten Ansatz verspricht die Apple Heart Study.

In der von Apple und Autoren der Standford University School of Medicine in Palo Alto durchgeführten Studie wurden Daten von mehr als 400.000 Patienten ausgewertet, um die Zuverlässigkeit des Algorithmus der App zu überprüfen. Dabei geht es vor allem um die Sensitivität. Wie oft wurde von der App Vorhofflimmern detektiert und wie oft konnte dieses durch andere Messmethoden bestätigt werden?

Dass dieser Ansatz nicht trivial ist zeigt die Tatsache, dass in der Hauptgruppe der Anwender (Medianalter 41) die Rate der gemessenen Episoden insgesamt gering war. Von den wenigen Fällen wurde in einem noch geringeren Umfang ein EKG (als alternative Messmethode) erstellt. Von den rund 450 Patienten, von denen parallele Messungen verfügbar waren, hatten 86 in dieser Zeit auch eine Meldung über die Uhr erhalten. Bei 72 davon war auch im EKG ein Vorhofflimmern dokumentiert. Daraus resultiert ein prädikativer Wert von 0,84 für die App.
Dennoch betrachten nicht wenige Experten die App sehr misstrauisch, da sie damit unnötige Aufregung bei falsch positiven Alarmen und in der Folge eine unnötige Übertherapie befürchten.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Results of A Large-scale App-based Study to identify Atrial Fibrillation using a Smartwatch: the Apple Heart Study. Late breaking Clinical Trial1, Jahreskongress des American College of Cardiology (ACC) 2019 (16-18.03.2019) New Orleans