Biokunststoffe – gute Wachstumsaussichten

Die Wachstumsaussichten für Biokunststoffe sehen weiterhin sehr gut aus. Im Rahmen der 13. European Bioplastics Conference stellte der Verband der Biokunststoffindustrie in Europa, European Bioplastics, neue Marktdaten vor, die in Zusammenarbeit mit dem nova-Institut erhoben wurden. 2018 lag die weltweite Produktionskapazität bei rund 2,11 Millionen Tonnen. Bis 2023 wird mit einem Anstieg auf 2,62 Millionen Tonnen gerechnet, was einem jährlichen Wachstum von 4,4 Prozent entspräche und in etwa genauso schnell wäre wie das Wachstum bei den Konkurrenten der petrochemischen Kunststoffe. Vor allem der Ausbau der Kapazitäten an Polymilchsäure (PLA), Polytrimethylenterephthalat (PTT) und Stärkeblends haben einen maßgeblichen Anteil an dem Anstieg der Produktionskapazitäten. Neue Wachstumstreiber wie die Polyhydroxybuttersäure (PHA) und das Polyethylenfuranoat (PEF) stehen bereits in den Startlöchern. Der Bereich der Verpackungen bleibt mit einem Anteil von rund 65 Prozent aktuell marktführend und ist der größte Abnehmer an Biokunststoffen. Ich gehe davon aus, dass die Durchdringung in weitere Anwendungsbereiche durch ein zunehmendes Angebot an Biokunststoff-Typen, zusätzliche EU-Regularien, die Biokunststoffe begünstigen könnten, und neue Technologien, wie dem 3D-Druck, zunehmen wird. Unterstützend wirken die Konsumenten und die Konsumgüterindustrie als treibende Kraft, da durch die Klimadiskussion die Nachhaltigkeit beim Verbraucher immer stärker in den Vordergrund rückt. In Zukunft sollten Biokunststoffe wieder schneller als die petrochemische Konkurrenz wachsen.

Autor: Dr. Volkhard Francke, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: www.european-bioplastics.org