Brennstoffzelle 2.0: Stromerzeugung aus Schweiß

Wissenschaftler des Nationalen Forschungszentrums CNRS und der University of San Diego haben eine einzigartige flexible und dehnbare Brennstoffzelle entwickelt und patentiert, die Strom mit Hilfe des Schweißes auf der menschlichen Haut erzeugt. Die Brennstoffzelle war bereits in der Lage eine LED kontinuierlich zu betreiben. Die aktuellen Forschungsergebnisse wurden am 25. September 2019 in der Fachzeitschrift Advanced Functional Materials veröffentlicht. Bereits seit einigen Jahren arbeitet man an der Thematik, mittels Schweiß Strom zu erzeugen. Im Jahr 2014 entwickelte man einen Tattoo-Sensor für die Messung der Lactat-Wert bei Sportlern und entdeckte dabei quasi per Zufall die Eigenschaft, Strom erzeugen zu können.

Die Einsatzmöglichkeiten für tragbare elektronische Geräte nehmen weiter zu, beispielsweise wenn es um die medizinische und sportliche Überwachung des menschlichen Körpers geht. Diese Art von Geräten erfordern zuverlässige und effiziente Energiequellen, die man leicht am Körper integrieren kann. Die Wissenschaftler entwickelten ein flexibles leitfähiges Material aus Kohlenstoff-Nanoröhrchen, vernetzten Polymeren und Enzymen, die durch dehnbare Verbindungen miteinander verbunden sind. Das Enzym in der sogenannten Biokraftstoffzelle ist für die Stromerzeugung verantwortlich. Als Brennstoff dient der menschliche Schweiß. Kommt das Enzym mit dem Schweiß auf der Haut in Kontakt, werden Elektronen in Bewegung gesetzt. Diese Biokraftstoffzelle produziert dann elektrische Energie durch die Reduktion von Sauerstoff und die Oxidation des im Schweiß enthaltenen Laktats. Wer viel schwitzt, ist hier also deutlich im Vorteil und produziert umso mehr Strom.

Die Herstellung der Biokraftstoffzelle ist relativ einfach und kostengünstig, was die Einführung des Geräts in den Markt von der wirtschaftlichen Seite begünstigen sollte. Aktuell arbeiten die Wissenschaftler daran, nicht nur einzelne LED zum Leuchten zu bringen, sondern mit Hilfe der Biokraftstoffzelle auch größere tragbare Geräte anzutreiben.

Autor: Dr. Volkhard Francke, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: ScienceDaily: www.sciencedaily.com

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