CO2-freier Strom aus Abwärme

Rund die Hälfte der in der Industrie eingesetzten Wärme geht verloren. Eine gigantische Energiemenge verpufft ungenutzt. Eine Verschwendung, dabei ist diese Abwärme durchaus wertvoll. Nach Zahlen, die E.ON bekanntgegeben hat, könnten potentiell pro Jahr mehr als 23 Terrawattstunden CO2-freier Strom erzeugt und 7,3 Millionen deutsche Haushalte versorgt werden, wenn die industrielle Abwärme in Deutschland optimal genutzt würde. Die Idee, aus Abwärme sauberen Strom zu gewinnen, ist nicht neu, aber zeitgemäßer denn je, zumal bei den Unternehmen die Sensibilität hinsichtlich des CO2-Fußabdrucks steigt.

Hinzu kommt, dass die Stromgestehungskosten sehr niedrig liegen und auch dann Strom erzeugt werden kann, wenn der Wind nicht weht und die Sonne nicht scheint. D. h., dass der Strom aus Abwärme auch netzdienlich eingesetzt werden kann. Um diese ungenutzten Potentiale zu heben, ist E.ON eine Kooperation mit dem Hersteller von Abwärmelösungen Orcan Energy eingegangen. Die 20-kW-ePack-Technologie von Orcan macht es möglich, Abwärme zur Stromerzeugung zu nutzen. Das deutsche Unternehmen stellt mit Hilfe des organischen Rankine-Kreisprozess-Verfahrens (Organic-Rankine-Cycle bzw. ORC) Module her.

Bei den kleinformatigen, modularen ORCs ist Orcan der weltweite Technologieführer. Auf diese Weise lässt sich die Effizienz zahlreicher Industriestandorte und dezentraler Stromerzeugungsanlagen erheblich steigern. Mit der Kooperation wollen es E.ON und Orcan Energy Industriebetreibern so einfach wie möglich machen, ressourcenschonend und gleichzeitig wirtschaftlich im Sinne der Umwelt zu arbeiten. E.ON übernimmt dabei die Planung, Installation, Finanzierung sowie die Betriebsführung und Wartung der Abwärme-Anlagen.

Autor: Doris Höflich, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG

Quelle: energate 05.11.2019

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