Die Chimäre lebt

Ein neues Gesetz ermöglicht es in Japan, Hybridwesen aus Tier- und Menschenzellen bis zur Geburt heranwachsen zu lassen. Bislang war das nur bis zum 14.Tag der Embryonalentwicklung erlaubt.
Der japanische Stammzellforscher Hiromitsu Nakauchi von der Universität Tokio ist der erste Arbeitsgruppenleiter, der nach den neuen Richtlinien arbeiten darf. Er plant nun, Mäuse- und Rattenembryos mit menschlichen Zellen möglichst lange heranwachsen zu lassen. Später sollen Hybridembryos in Schweinen bis zu 70 Tage heranreifen, allerdings sei bis auf Weiteres nicht geplant, dass ein chimäres Tier tatsächlich bis zur Geburt ausgetragen wird.

Ziel derartiger Forschung ist es, Tiere zu züchten, bei denen einzelne Organe ausschließlich aus menschlichen Zellen bestehen – diese könnten später als Spenderorgane dienen. Bisher ist bekannt, dass diese Technik umso besser funktioniert, je näher die gekreuzten Spezies miteinander verwandt sind. Die Kluft von Maus zu Mensch ist mit einer Reihe von Problemen verbunden, die es mit Hilfe der neuen Versuche zu überbrücken gilt, bevor das Endziel menschlicher Spenderorgane erreicht werden kann.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: www.spektrum.de (30.07.2019)

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