Chile will ein Benchmark in der grünen Wasserstoffproduktion werden

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Chile hat das erste Solarthermie-Kraftwerk Lateinamerikas in der trockensten und sonnenreichsten Wüste der Welt, der Atacama, eingeweiht. Auf einer Fläche von 700 Hektar stehen kreisförmig 10.600 Spiegel, sie reflektieren das Sonnenlicht auf die Spitze eines 250 Meter hohen Turms, um dort flüssige Salze auf 560 Grad zu erhitzen. Die von den Salzen aufgenommene Hitze wird zur Stromerzeugung über eine Dampfturbine genutzt. So können 110 MW sauberer Strom erzeugt werden.

Die Infrastruktur ist mit einem nahe gelegenen Photovoltaik-Kraftwerk verbunden, so dass beide zusammen sogar insgesamt 210 MW an erneuerbarer Energie liefern. Das „Serrado Dominator“ (Berg der Dominanz) genannte Projekt hat die Besonderheit, dass es 24 Stunden am Tag betrieben werden kann, auch wenn die Sonne nicht scheint, da die geschmolzenen Salze 17,5 Stunden lang Energie erzeugen. Cerro Dominador soll Chile auch dabei helfen, bis 2050 klimaneutral zu werden. Jährlich können so ca. 870.000 Tonnen CO2 eingespart werden, was auch ein wichtiger Beitrag für den globalen Klimaschutz ist.

Chile ist mit nur wenigen Öl-, Gas- und Kohlevorkommen arm an fossilen Energien aber reich an erneuerbaren Energien. Das Land hat die höchste Sonneneinstrahlung der Welt, hervorragende Windverhältnisse, geothermische Energie aus Vulkanen und Wellenenergie aus dem Meer. Es könnte folglich viel erneuerbare Energie zu attraktiven Preisen bereitstellen, was ein wesentlicher Faktor für die Produktion von grünem Wasserstoff darstellt. Geplant ist die Produktion von grünem Kerosin gemeinsam mit Großbritannien, Australien und der Europäischen Union.

Autor: Doris Höflich, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Solar Server, 08.06.2021