Elektro-Bodabodas

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Zwei- und Dreiräder sind in vielen Ländern mit niedrigem Einkommen, insbesondere auch in Afrika, ein zentrales Verkehrsmittel und ihre Zahl wird bis 2050 um 50 Prozent steigen. Millionen von Menschen verdienen ihren Lebensunterhalt mit sogenannten „Bodabodas“, Motorrädern die Menschen und Waren auf abenteuerliche Weise durch den dichten Verkehr von A nach B bringen.

In der Mehrzahl handelt es sich um gebrauchte, ineffiziente und schlecht gewartete Benziner, die ähnlich klimaschädlich wie PKW, Kleinlaster oder SUV sind. Ein großer Prozentsatz der Motorräder ist von derselben Marke oder sogar dasselbe Modell. Sie könnten vergleichsweise leicht auf Elektroantrieb umgebaut werden.

Das Unternehmen „Bodawerk“ in Kampala konstruierte schon vor zwei Jahren die ersten Umrüstsets. „Bodawerk“ betreibt ein Netzwerk, das von Energieverkauf und Batterievermietung lebt. Die Umwelt wird geschont, die Wertschöpfung bleibt im Land und es muss weniger Sprit aus dem Ausland importiert werden. Der Besitzer eines Elektro-Bodabodas spart etwa die Hälfte der Energiekosten und der Verschleiß der Elektromotoren ist geringer.

Ein schneller globaler Umstieg auf Elektromotorräder könnte Milliarden Tonnen CO2 einsparen. Das geht, da der Strom in vielen afrikanischen Ländern aus Wasserkraft, Solarenergie, Erdwärme und Windkraft produziert wird und vergleichsweise grün ist.

Die Sache hat dennoch einen Haken. Während die Nachfrage nach Motorrädern hoch ist, vor allem in ländlichen Gebieten, sind die Verteilungsnetze unzureichend. Dezentrale Erzeugung von erneuerbarem Strom und der Ausbau der Netze können in Verbindung mit elektrisch angetriebenen „Bodabodas“ nicht nur den CO2-Ausstoß mindern, sondern auch helfen, Gesundheitsgefahren und Lärmbelästigungen zu reduzieren.

Autor: Doris Höflich, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Modern Diplomacy, 03.03.2021