Energiebranche von Corona betroffen

Zwar ist die Energiebranche nicht so hart von der Corona-Pandemie getroffen wie andere Branchen, dennoch sind die Unternehmen auch hier einem starken wirtschaftlichen Druck ausgesetzt. Der Energieverbrauch bei Industrie und Gewerbe geht spürbar zurück. Es fallen komplette Großabnehmer weg, wie z. B. der Frankfurter Flughafen für Mainova. Auch im Netzgeschäft führen die reduzierten Strom- und Gasmengen zu Abweichungen gegenüber der Prognose zur Bestimmung der Netzentgelte und somit im Jahr 2020 zu reduzierten Einnahmen.

Immer mehr Stadtwerke schicken ihre Mitarbeiter in Kurzarbeit. Nach den Ergebnissen einer Umfrage der „Zeitung für kommunale Wirtschaft“ und des Instituts Civey unter 1.003 Führungskräften in der Energiewirtschaft rechnen 22,5 Prozent mit Umsatz- und Gewinneinbrüchen. 21,5 Prozent gehen davon aus, dass geplante Investitionen verschoben werden. 12,9 Prozent der Befragten erwarten Einstellungsstopps oder Personalabbau. Dass sich die Arbeit im Homeoffice auch nach der Krise durchsetzt, glauben 16,4 Prozent und künftige Veränderungen bei der Digitalisierung der Stadtwerke sehen 13,9 Prozent. Lediglich 6,5 Prozent der Teilnehmer an der Umfrage schließen nicht aus, dass die Versorgungssicherheit gefährdet sein könnte.

Viele Energieversorgungsunternehmen müssen sich derzeit fragen, ob die Zahlungsfähigkeit durch die vorhandenen Finanzmittel und die zugesagten Kreditlinien der Hausbanken gegeben ist.

Autor: Doris Höflich, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: ZfK, 06.04.2020
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