„Gut Bio“

In diversen Projekten forschen die Fraunhofer-Institute an der Verbesserung der Ökobilanz von Baustoffen. Dabei wird die Thematik im Lebenszyklus von zwei Seiten her betrachtet. Einmal geht es um das Thema Recyclingfähigkeit und Kompostierfähigkeit bei Baustoffen, auf der anderen Seite stellt sich schon bei der Herstellung die Frage, welche Biomaterialien sich tatsächlich als Baustoffe einsetzen lassen.
Im Projekt „Bio-FML“ / Bio Faser-Metall-Laminate entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) mit drei Partnern aus der Industrie und Wissenschaft ein kostengünstiges Produktionssystem, mit dem sich der thermoplastische Biowerkstoff, in diesem Fall vollständig recycelbare Faser-Metall-Laminate mit kompostierbaren Biomaterialien, herstellen lassen. Diese sind auf Grund ihrer mechanischen Belastbarkeit, der isolierenden Eigenschaften und ihrer Recyclingfähigkeit für Anwendungen im Bau- und Transportsektor prädestiniert.

In einem anderen Projekt „FungiFacturing“ forscht das Fraunhofer UMSICHT an Schallabsorbern, die auf Basis von Pilzmyzel hergestellt werden und sich aus pflanzlichen Reststoffen nähren. Dieses Material soll herkömmliche Materialien wie Polyesterschäume oder Verbundstoffe auf Mineralfaserbasis ersetzen, die bisher zur Verbesserung der Akustik in Räumen eingesetzt werden. Ziel des Projektes ist es, auf Basis dieses Pilzmaterials einen Schallabsorber mittels generativer Fertigung einzusetzen. Dies ermöglicht einerseits die individuelle Anpassungsmöglichkeit des Absorbers an die Raumgestaltung, zusätzlich kann das Double-Porosity-Verfahren eingesetzt werde, welches in einer Kombination aus verschiedenen Porengrößen die optimale Absorberwirkung für das Produkt ermöglicht.

Autor: Yvonne Jacoby, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Innovationsreport, 26.06.2020; Innovationsreport, 12.06.2020
Bild: © Fraunhofer IPT, S-Profil mit Flachs-Polylactid-Kern und Aluminium-Decklage, mit einem neu entwickelten, temperierbaren Tauchkantenwerkzeug heißgepresst und durch Thermoforming umgeformt. www.ipt.fraunhofer.de/de/presse/Pressemitteilungen/20200625

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