Artikel in econo Ausgabe 04/18

In der Oktober-Ausgabe von econo ist ein Artikel über die 12. SVP-Fachtagung „Market Intelligence“ erschienen.

ZWEI TAGE IM ZEICHEN VON MARKET INTELLIGENCE.

Unter dem Motto „Market Intelligence der Zukunft – Zukunft durch Market Intelligence“ hat Mitte September in der Heidelberger Print Media Academy ein Fachkongress stattgefunden. Gut 60 Teilnehmer waren auf Einladung der SVP Deutschland AG gekommen, um an Workshops teilzunehmen, Vorträgen zu lauschen, Fragen zu stellen und miteinander zu diskutieren.

Der Begriff Market Intelligence (MI) beschreibt die systematische Sammlung und Analyse von Daten und Informationen aus der Unternehmensumwelt, also des Marktumfeldes. Dazu zählen etwa Kunden, Wettbewerber, Märkte, Trends, Rahmenbedingungen oder geografische Gebiete. Der Zweck der MI ist es, die präzise und sichere Entscheidungsfindung zu erleichtern.

Anders als in den vergangenen Jahren, gab es einer Mitteilung der Veranstalter zufolge „keine Keynote von einem prominenten Redner, dafür aber umso mehr Einblicke in die Praxis von Market Intelligence“. Fünf erfahrene Manager stellten ihre Organisation vor und gaben einen Einblick in den Status quo ihrer Arbeit. Auch lieferten und diskutierten sie Einschätzungen, wie die künftige Entwicklung der MI aussehen könnte:

Paraskewi Lagos Huerta, Market Intelligence Managerin der Schott AG, sagt voraus, dass teil­ oder vollautomatisierte MI-Plattformen in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz künftig ihre Arbeit revolutionieren werden.

Laut Eberhard Häfele, Innovation Program Manager der Leica Biosystems GmbH, sind Daten von hoher Qualität wichtig, genauso aber „emotionale und empathische Aspekte, die sich jedoch nur im direkten Kontakt mit den Kunden der Unternehmen gewinnen lassen und nicht automatisiert“.

Derweil näherte sich Yvon-Laurent Lusseault, Strategic Marketing Manager der ETAS GmbH, in seinem Vortrag der Frage, ,,ob alles Gold ist, was glänzt“. Am Beispiel einer hohen Unternehmensbewertung legte er dar, wie MI-Daten zuverlässig eingesetzt werden, ,,um hinter die glänzende Fassade zu sehen“.

Patrick Sutor, Head of Market Intelligence der Heidelberger Druckmaschinen AG, hält die Aufbereitung von MI-Daten für den Vertrieb durch Sales-Analysten für unabdingbar, ebenso wie den Einsatz von eigenen Data Scientists in MI-Organisationen.

Schließlich zeigte Dr. Thomas Keil, Senior Manager Field Marketing, SAS Institute GmbH, wie sich Big Data schon heute in Market Intelligence einbinden lässt und was daraus resultiert.
Jenny Ripke, Vorstand SVP, führte durch die Veranstaltung, moderierte die Diskussionsrunden und fasste die wichtigsten Erkenntnisse am Ende zusammen:

  • Intime Branchenkenntnisse sind heute in der Market Intelligence Voraussetzung und nicht mehr „nice to have“.
  • Die Bedeutung von MI wird weiter zunehmen, denn Unternehmen ohne MI werden aufgrund des schnellen Wandels von Märkten untergehen.
  • In den Unternehmen wird die Bedeutung von MI und ihrer Vernetzung mit allen relevanten Unternehmensbereichen fortschreiten – darunter auch Sales sowie Forschung und Entwicklung.
  • Die ungebrochene Dynamisierung der Märkte wird die Halbwertszeit von Analyseergebnissen weiter erhöhen.
  • Digitalisierung, Megatrends und Big Data sind aktuell die wichtigsten Themen in der Market Intelligence, zunehmend auch mit Sicht auf Künstliche Intelligenz (KI).

Und die Teilnehmer? Sie waren sich einig, dass angesichts des kontinuierlich steigenden Veränderungsdrucks auf ihren Märkten und den zu erwartenden Umbrüchen hinsichtlich der Market Intelligence – allem voran durch Künstliche Intelligenz – der Austausch immer wichtiger wird. Die nächste Fachtagung „Market Intelligence“ soll im Frühjahr 2020 stattfinden.

Auszug aus econo Ausgabe 04/18, Seite 32.

Bildquelle: Christian Buck/SVP Deutschland AG