Masernfälle nehmen international zu

Die neuseeländische Stadt Auckland erlebt den größten Masernausbruch seit 1997. Menschen ohne Masernimpfung sollen die Stadt meiden. Auch sollen nur gegen Masern Geimpfte die Stadt verlassen dürfen, um die Krankheit nicht weiter zu verbreiten. Seit Jahresbeginn gibt es auf beiden Inseln mindestens 773 bestätigte Masernfälle. Die Impfstoff-Forscherin Helen Petousis-Harris von der Universität Auckland sagte im TV-Nachrichtenmagazin AM Show, der Ausbruch scheine außer Kontrolle geraten zu sein und spiegele die internationale Entwicklung wider.
Einen Anstieg von Masernerkrankungen erlebt auch Europa. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) zählte im ersten Halbjahr 2019 90.000 Fälle – doppelt so viele wie im Vergleichszeitraum 2018. Besonders betroffen seien die Ukraine, Kasachstan, Georgien und Russland gewesen, wo 78 Prozent aller Masernfälle aufgetreten seien. Die vier Länder Albanien, Tschechien, Griechenland und Großbritannien haben bereits den Status als masernfrei verloren. Die WHO spricht von einer besorgniserregenden Entwicklung, die es seit Beginn der genauen Überwachung 2012 nicht gegeben habe.
Um Impflücken zu schließen will Deutschland eine Masern-Impfpflicht einführen. Ein entsprechendes Gesetz soll ab März 2020 gelten.

Autor: Thip Pruckner, Market Intelligence Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: aerzteblatt.de, 30.08.2019 / Ärzte Zeitung online, 29.08.2019

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