Personalisierte Medizin – mehr als Companion Diagnostics?

Personalisierte Medizin wie wir sie bislang kennen, wird v. a. in der Onkologie eingesetzt. Mehrheitlich muss hier beim Einsatz bestimmter Chemotherapeutika vorab auf bestimmte Genmutationen getestet werden, bevor diese überhaupt zum Einsatz kommen dürfen. Bei einigen wenigen Therapeutika ist die Erfassung bestimmter Biomarker nicht zwingend vorgeschrieben, wird aber von den Fachgesellschaften dringend empfohlen. Sinn und Zweck des Ganzen ist es, zum einen unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden und andererseits die Schlagkraft der Therapie zu maximieren, da spezielle Wirkstoffe bei diesem Patienten unter Umständen gar nicht aktiv wirken können.

Durch die verpflichtenden Vortests werden Patienten in Subgruppen eingeteilt, in der Fachsprache: stratifiziert. Eine maßgeschneiderte Lösung, ein Medikament speziell nur für einen Patienten zu entwickeln, ist und bleibt die Ausnahme. Beispiele hierfür sind zell- und genbasierte Therapieformen.
Unter Zelltherapie versteht man die Transplantation lebender Zellen, um Krankheiten zu behandeln. Zelltherapien werden z. B. bei Leukämien in Form von Stammzelltransplantationen eigesetzt, aber auch die Transplantation von T-Zellen zur Behandlung von anderen Krebsarten ist möglich. Erster Vertreter dieser Produktklasse ist Kymriah von Novartis. Obwohl es in der Zwischenzeit weitere Produkte, etwa von Gilead, gibt, bleiben die Behandlungskosten extrem hoch. Damit sind sie wirtschaftlich nur dort einsetzbar, wo andere Therapien nicht helfen. Abgesehen davon birgt die Therapie auch hohe Risiken, von der Abstoßung bis zu schwerwiegenden Nebenwirkungen, so dass individuelle Therapien auch weiterhin die Ausnahme bleiben werden.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: www.vfa.de/de/arzneimittel-forschung/personisierte-medizin, www.dzif.de/de/glossar/zelltherapie

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