Pharmabranche wehrt sich gegen Hochpreisvorwürfe für Onkologika

Die Behandlungskosten für Krebsbehandlungen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung steigen von Jahr zu Jahr. Ein Grund hierfür sind steigende Kosten für die entsprechenden Arzneimittel, ein anderer Grund das immer längere Überleben der Erkrankten. Krebspatienten sind heutzutage im Schnitt 2,2 Jahre länger erwerbsfähig als noch 2001, wie eine Studie der Universität Bielefeld herausfand. Der Vorteil: Erwerbsminderungsrenten fallen geringer aus und weitere Beiträge fließen in die Sozialversicherung. Aus Sicht der Pharmaindustrie ein gutes Argument dafür, hohe Preise für wirksame Arzneimittel als legitim zu erachten.
Die Krankenkassen kontern, dass Arzneimittel nur ein Teil der Therapie seien, und fordern, eine ökonomische Betrachtung bei den Verhandlungen der Erstattungspreise mit einfließen zu lassen.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Handelsblatt 7. August 2019, Nr. 150

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