AstraZeneca und Sanofi verkünden positive Ergebnisse der Phase III zum Wirkstoff Nirsevimab

©Eisenhans, adobe.stock.com

Nirsevimab schützt gesunde Babys in einer klinischen Phase-3-Studie vor einer Erkrankung mit dem respiratorischen Syncytialvirus (RSV). Infektionen mit diesem Virus sind eine der häufigsten Ursachen für Atemwegserkrankungen und speziell Lungenentzündung bei Kindern unter einem Jahr und verantwortliche für Millionen von Krankenhausaufenthalten. Besondern gefährlich ist die Infektion für Frühgeborene mit unreifer Lungenfunktion.

Führer als erwartet, ermöglicht diese Ankündigung die Einleitung des Zulassungsverfahrens bereits für das Jahr 2022, was der Sanofi-CEO Paul Hudson als „massive Chance“ bezeichnet hat. Was steckt hinter der Meldung?

Nirsevimab gehört zur Klasse der therapeutischen monoklonalen Antikörper. Das Besondere daran ist, dass es sich um einen Antiköper mit verlängerter Halbwertszeit handelt, der als passive Immunisierung nur einmal verabreicht werden soll. Außerdem wird er zur Anwendung in einer breiteren Säuglingspopulation als der derzeitige Behandlungsstandard Synagis entwickelt.

Im Gegensatz zur aktiven Immunisierung, bei der das Immunsystem einer Person aktiviert wird, um eine Infektion durch einen Impfstoff zu verhindern oder zu bekämpfen, ruht auf Nirsevimab die Hoffnung, dass ein sofortiger Schutzmechanismus greift. Wegen ihrer hohen Affinität können Antiköper basierte Therapeutika für eine Vielzahl von Zwecken entworfen und konstruiert werden.

Aufgrund ihrer geringen Größe und interessanten Eigenschaften entstehen aktuell viele neue Subklassen, darunter auch Antikörperfragmente wie scFv, Nanokörper, Diakörper und bispezifische Antikörper, von denen wir in Zukunft nicht nur im Zusammenhang mit COVID noch viel hören werden.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: https://www.fiercebiotech.com/biotech/
https://pipelinereview.com/index.php/2020073075446/Antibodies/
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7336121/