Ratenzahlung als neues Modell für personalisierte Medizin

Jüngst wurde ein neuartige Gentherapie für β-Thalassämie, einer seltenen vererbbaren Hämoglobinbildungsstörung, auf den Markt gebracht, die mit Arzneimittelkosten in Höhe von 900.000 Euro pro Patient verbunden ist. Was kostet ein Leben? Das ist die ethisch-moralische Frage. Die Kehrseite der Medaille allerdings ist die Frage, wie wir das über eine solidarische Krankenversicherung finanzieren können, ohne dass das System zusammenbricht?

Nicht nur die Ärzte treibt diese Frage um, sondern vor allem die Krankenkassen. Neue Modelle für die Erstattung von Arzneimittelkosten sind dringend nötig. Der GKV-Spitzenverband will dieses Jahr den ersten Schritt gehen und neue Vertragsmodelle mit den Pharmaunternehmen testen. Bislang sind Vereinbarungen über erfolgsorientierte Erstattungspreise für Neueinführungen allerdings der absolute Einzelfall. Risk-share- Verträge jeglicher Art sind mit hohem bürokratischen Aufwand verbunden und folgen nicht dem Ziel der generellen Kostenreduktion, sondern vielmehr dem Verteilen des Risikos für die vollständige Erstattung der Kosten. Um den Erfolgsverlauf einer Behandlung würdigen zu können, eignen sich unter Umständen Ratenzahlungsmodelle. So könnte z. B. bei sehr erfolgversprechenden Therapien mittels Stafflung der einzelnen Raten (sehr hohe erste Rate bis zu kleineren Folgeraten) dieser Aspekt entsprechend anerkannt werden.

Autor: Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Deutsches Ärzteblatt | Jg. 116| Heft 6 | 8. Feb. 2019; www.aerzteblatt.de

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