Raus aus der Sandkrise

Die Problematik der zunehmenden Knappheit an Bausand wurde an dieser Stelle ja schon häufiger thematisiert. Nun hat das deutsche Start-up Multicon ein Verfahren entwickelt, welches erlaubt, auch feinkörnigen Wüstensand als Baustoff zu verwenden. Grundlage hierfür ist ein sogenanntes Suspensionsverfahren. Hierin werden in einer Art Hochgeschwindigkeitsmischer mit tausend Umdrehungen pro Minute Zement, Wasser, Kies und Sand gemischt. Dabei ändern sich die Eigenschaften des Zementes so, dass eine wesentlich geringere Menge davon als Bindemittel benötigt wird. Der eingesparte Zement kommt nun wiederum bei der Sandkornproblematik zur Anwendung. Der Wüstensand wird zunächst zu feinem Staub gemahlen und das Pulver dann mit dem Zement im Hochgeschwindigkeitsmischer vermischt. Dadurch entsteht ein Granulat, welches als Bausandersatz verwendet werden kann. Das Verfahren wurde patentiert und ist bereits in Zusammenarbeit mit einem chinesischen Industriemaschinenhersteller in der Sandproduktion in Shanghai im Einsatz.

Autor: Yvonne Jacoby, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: gründerszene 22. Juli 2019

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