Start-ups: Wie grün sind deutsche Start-ups?

Grün ist „in“ und ziemlich gefragt in der deutschen Start-up-Szene. Der vom Borderstep-Institut für Innovation und Nachhaltigkeit, dem Bundesverband Deutsche Start-ups (BVDS) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) veröffentliche „Green Start-up Monitor 2018“ zeigt, dass jedes vierte deutsche Start-up grün ist. Grüne Start-ups sind jünger als zehn Jahre, (sehr) innovativ und/oder haben ein Mitarbeiter- und Umsatzwachstum und leisten einen Beitrag zu den ökologischen Zielen einer Green Economy.

26 Prozent der jungen innovativen Start-up-Unternehmen in Deutschland tragen mit Produkten und Dienstleistungen zu einer „Green Economy“ bei. Dabei unterscheiden sie sich hinsichtlich des Umsatz- und Mitarbeiterwachstums gar nicht einmal so stark von den nicht-grünen Start-ups. Und dennoch sehen grüne Start-ups das geplante Wachstum deutlich seltener als Herausforderung an als nicht-grüne Start-ups. Interessant ist auch der Aspekt, dass grüne Start-ups ein deutlich höheres Interesse an einer Internationalisierung zeigen: die ökologische Herausforderung bietet ihnen weltweite Marktchancen. Gerade Themen wie Energiewende, Klimaschutz, neue Mobilitätskonzepte, etc. verlangen ganz neue Geschäftsmodelle, die von vielen grünen Start-ups entwickelt und bereits jetzt schon angeboten werden. Daher verwundert es nicht, dass die Internationalisierung hier ein wichtiger Aspekt ist. Grün ist „in“ und das sieht man auch darin, dass grüne Start-ups leichter Mitarbeiter finden. Vor allem im Bereich der Digitalisierung und IT ist es für grüne Start-ups leichter, entsprechende Stellen zu besetzen.

Grüne Start-ups sind ein zentraler Wirtschaftsfaktor in Deutschland geworden. In den letzten zehn Jahren konnten diese weit mehr als eine Million neuer Arbeitsplätze in Deutschland schaffen. Dabei findet man grüne Start-ups mittlerweile in fast allen Branchen und Technologiebereichen: von der Energiewirtschaft, dem Mobilitätsbereich oder klassischen Umwelttechnologie-Märkten bis hin zur Finanzbranche: sie haben sich somit etabliert. Zwei Drittel der Start-ups in den Bereichen Energieerzeugung, chemische Erzeugnisse, Landwirtschaft und Mobilität können als grün eingestuft werden. Mich persönlich haben die Inhalte des Green Start-up-Monitors nicht wirklich überrascht, da die benannten Themen des Klimawandels etc. ja immer mehr in den Fokus der nachfolgenden Generationen rücken, die diese Start-ups gründen.

Autor: Dr. Volkhard Francke, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quellen: Green Start-up-Monitor 2018 https://www.dbu.de