Strom aus Schnee

Ich beschäftige mich öfter mal mit dem Thema der Energieerzeugung in kleinerem Maßstab und bin auf den schneebasierten triboelektrischen Nanogenerator, sprich „TENG“ gestoßen.

Das Funktionsprinzip ist denkbar einfach: Silikon + Schnee = Strom. Nun, zumindest so ähnlich. Forscher der Universität of California haben einen Generator entwickelt, welcher sich den Elektronenunterschied der Materialien Silikon (negativ geladen) und den Schneeflocken (positiv geladen) zu Nutze macht. Man spricht hier vom triboelektrischen Effekt. Werden die überschüssigen Elektronen der Schneeflocken eingefangen und kanalisiert, ehe sie im Silikon „verschwinden“, wird Strom generiert.
Potenzielle Einsatzgebiete des Generators liegen in solchen Gegenden, die ständig mit Schnee bedeckt sind und wo Solarmodule keinen oder nur sehr wenig Strom produzieren. Auch die Stromversorgung von Wintersportlern, z. B. für Smartphones, ist denkbar, etwa wenn die Silikonfolie unter einem Schneeschuh oder Ski angebracht würde.

Autor: Yvonne Jacoby, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Bauletter 29.04.2019