Synfuels aus der Klimaanlage

Wissenschaftler des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und der University of Toronto (UoT) aus Kanada haben in der Fachzeitschrift „Nature Communications“ ein Konzept unter dem Namen „Crowd Oil“ vorgestellt, in dem Klimaanlagen synthetische Kraftstoffe aus CO2 und Wasser herstellen sollen. Diese sollen anschließend als synthetisches Öl nutzbarsein. Die Forscher schätzen, dass ein signifikanter Anteil der in Deutschland für Mobilität eingesetzten fossilen Energieträger durch „crowd oil“ ersetzt werden könnte. Nach den Berechnungen des Teams würde beispielsweise allein die Menge CO2, die potenziell in den Lüftungsanlagen der rund 25.000 Supermärkte der drei größten Lebensmittelhändler Deutschlands abgeschieden werden könnte, ausreichen, um etwa 30 Prozent des Kerosinbedarfs oder rund acht Prozent des Dieselbedarfs in Deutschland zu decken. Zudem wäre eine Verwendung der erzeugten Energieträger in der chemischen Industrie als universelle Synthesebausteine möglich. Allerdings würden für die Umwandlung des CO2 große Mengen an elektrischem Strom zur Herstellung von Wasserstoff beziehungsweise Synthesegas benötigt. Dieser Strom müsse CO2-frei sein, was wiederum den forcierten Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung, unter anderem auch durch gebäudeintegrierte Photovoltaik notwendig mache. Um ihre Simulationsergebnisse bestätigen zu können, bauen die Forscher derzeit am KIT den voll integrierten Prozess auf, mit einem geplanten CO2-Umsatz von 1,25 kg/h.

Autor: Yvonne Jacoby, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: TGA Fachplaner: „Crowd Oil“: Kraftstoffe aus der Klimaanlage