Vorsicht beim Laden zuhause

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Deutschland muss für Erreichung seiner Klimaschutzziele bis zum Jahr 2030 rund zehn Millionen Elektroautos auf die Straße bringen. Seit der Erhöhung der Kaufprämie steigt die Nachfrage. Allerdings gibt immer noch nicht genügend Ladestationen. Schätzungen gehen davon aus, dass 80 Prozent der Ladevorgänge zu Hause stattfinden werden. Der Bund fördert deshalb den Kauf und den Einbau einer privaten Ladestation mit 900 Euro.

Einen Antrag können Privatpersonen, Wohnungseigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger stellen. Die Förderung erfolgt durch einen Investitionszuschuss, der nach Abschluss des Vorhabens auf das Bankkonto überwiesen wird. Die sogenannten Wallboxen als Ladestationen sind schon für deutlich unter 1.000 Euro zu kaufen. Allerdings kosten Installation und Anschluss je nach Umgebung extra.

Wenn man sein Elektroauto zuhause laden will, gilt es einiges zu beachten. Wer mit besonderer Sorgfalt beim Laden vorgeht, kann die Lebensdauer des empfindlichen Lithium-Ionen-Akkus erhöhen. Schnelles Laden schadet der Batterie. Für den Ladevorgang sind Stromnetz, Ladestation, Ladekabel sowie Ladegerät notwendig. Das schwächste Glied in dieser Kette gibt die maximale Ladeleistung vor. Die meisten Wandladestationen im Privatbereich werden an 400-V-/16-A-Drehstrom (11 kW maximale Ladeleistung) angeschlossen. Diese Möglichkeit erfüllt praktisch jeder Haushalt ohne zusätzliche Veränderungen am Stromnetz. Wer mehr Leistung wünscht, muss bei der Stromversorgung aufrüsten.

Leistungsfähigkeit ist das eine. Mindestens ebenso wichtig ist es, die Leistung intelligent und sicher einzusetzen. Hierfür ist Hochleistungselektronik zuständig. Dabei kommuniziert das Lademanagement der Wandladestation mit dem Battery Management System (BMS) des Fahrzeugs. Die Aufgabe des BMS ist es dafür zu sorgen, dass jede einzelne Zelle sowohl beim Laden als auch beim Entladen einen für die Anwendung definierten Grenzwert des Ladezustands nicht überschreitet. Ganz wichtig ist auch eine gute Absicherung der elektronischen Anlage, um Schäden, insbesondere durch Brände, zu vermeiden. Immerhin verrichten Ladestationen ihre Dienste meist unbeaufsichtigt und in der Nacht, wenn alles schläft.

Autor: Doris Höflich, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: E&E Entwicklung Elektronik, 01.10.2020