Wundermineral Perowskit für smarte Fenster

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Die Klimatisierung von Räumen, egal ob das Heizen oder Kühlen, verschlingt viel Energie. Eine neu entwickelte Lösung sind smarte Fenster, die wie selbsttönende Sonnenbrillen funktionieren und selbst Strom produzieren. Möglich macht das Ganze das Mineral Perowskit, das recht häufig vorkommt, allerdings in größeren Tiefen des Erdmantels.

Eine dünne Kristallschicht wird zwischen den Glasscheiben aufgebracht. Steigen die Temperaturen durch Sonneneinstrahlung, führt es dazu, dass sich die Kristallstrukturen ändern. Die Scheiben werden dunkler, je heißer es wird. So können Räume automatisch und ohne Einsatz von Klimaanlagen gekühlt werden. Dies nicht genug, Perowskit hat noch eine zweite Funktion.

Es absorbiert das Sonnenlicht und erzeugt Strom. Das Mineral gilt als Zukunftsmaterial in der Photovoltaik und wird zum Teil schon zur Herstellung von Solarzellen eingesetzt. Die besten Perowskit-Solarzellen schaffen zwar bereits enorme Wirkungsgrade, enthalten aber hochgiftiges, umweltschädliches Blei.

Man arbeitet zwar schon an Verfahren, dieses Blei durch weniger giftige Elemente zu ersetzen, dies gilt aber in erster Linie für die Produktionsprozesse, um umweltfreundliche Solarzellen herzustellen. Es stellt sich die Frage, ob bei dieser Betrachtung auch an mögliche Bleikontaminationen bei der Förderung des Minerals gedacht wird, oder ob auch hocheffiziente, umweltfreundliche Solarzellen eine unsichtbare, dunkle Seite haben.

Autor: Doris Höflich, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Futurezone, 27.11.2020