Zukunftsthema: CO2-Fußabdruck (in der Chemieindustrie)

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Auch die Chemieindustrie spürt den Klimawandel ganz deutlich und wird sich in Zukunft auf ein CO2-neutrales Wachstum einstellen müssen. Dabei werden die Unternehmen vor allem auf eine CO2-Reduzierung der eigenen Produkte setzen und die Kreislaufwirtschaft weiter vorantreiben müssen.

In der chemischen Wertschöpfungskette wird der Kohlenstoff auch zukünftig weiterhin gebraucht werden. Der Ursprung muss jedoch weg von fossilen Kohlenstoffquellen hin zu einer Kreislaufwirtschaft mit CO2 forciert werden. Die Gewinnung des CO2 kann prinzipiell aus der Atmosphäre zurückgewonnen werden. Aber selbst in einem nichtfossilen Energiesystem steht das CO2 in großen Mengen aus vielen Industrieprozessen zur Verfügung. Wenn diese CO2-Rohstoffquellen erschlossen werden, würde dies den CO2-Fußabdruck (engl. Carbon Footprint) in der chemischen Industrie erheblich reduzieren.

Andererseits ist auch die Kenntnisnahme eines fundierten CO2-Fußabdruckes von Produkten der Chemieindustrie eine wichtige Grundlage für ein erfolgreiches Klimaschutzkonzept. Der CO2-Fußabdruck hat vor allem in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen als Mittel, die Klimaauswirkungen von Aktivitäten wie Bereitstellung oder Konsum von Produkten zu ermitteln. Er erfasst die CO2-Emissionen, die bspw. durch ein Unternehmen, eine Veranstaltung, ein Produkt oder ein Projekt verursacht werden. Der CO2-Fußabdruck liefert wertvolle Informationen über die jeweilige Klimawirkung und dient dazu, eine effektive Klimaschutzstrategie zu entwickeln. Die BASF kann den CO2-Fußabdruck all seiner Verkaufsprodukte, mehr als 45.000 Produkte, berechnen und wird diese Informationen ihren Kunden zur Verfügung stellen.

Zusammen mit dem Softwareunternehmen Atos entwickelt man eine digitale Lösung zur Berechnung des CO2-Fußabdruckes von Produkten in der chemischen Industrie. Das Ziel ist es, einen Industriestandard für die Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) in der Chemie- und Prozessindustrie zu etablieren. Atos wird dazu eine Software auf den Markt bringen, die auf der Methodik sowie dem Know-how aus der internen Lösung von der BASF aufbaut.

Nach eigenen Angaben der BASF ist die Methodik vom TÜV Rheinland zertifiziert und entspricht den ISO-Vorgaben und dem Greenhouse Gas Protocol Product Standard. Unternehmen können somit ihr eigenes Produktportfolio und das Produktionsnetzwerk in Bezug auf CO2-Emissionen evaluieren, um als Folge dessen Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Fußabdruckes vornehmen zu können.

Eine Erfassung und Bewertung des CO2-Fußabdruckes einzelner Produkte und Prozessschritte der Chemieindustrie ist letztendlich die Grundvoraussetzung, um CO2-Emissionen von chemischen Produkten weiter senken zu können.

Autor: Dr. Volkhard Francke, Market Intelligence Senior Expert, SVP Deutschland AG
Quelle: Atos www.atos.net, BASF www.basf.com