Erfahrungen aus 10 Jahren CAR-T-Zell Therapie

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Seit rund 10 Jahren werden Leukämiepatienten als Ultima Ratio mit der CAR-T-Zell-Therapie behandelt. Dazu erhalten die Patienten gentechnologisch veränderte T-Zellen, die mit ihren antigenspezifischen Rezeptoren gezielt die kranken Zellen erkennen und beseitigen. Die Hoffnung bei Einführung der Methodik war, dass die veränderten Zellen Wochen oder sogar einen Monat als Immunpolizei im Blutkreislauf patrouillieren. Heute wissen wir aus der Erfahrung mit den ersten Patienten, dass die Zellen auch noch 10 Jahre nach der Behandlung aktiv sind, was die Diskussion um eine mögliche echte Heilung weiter anheizt. Es steht allerdings fest, dass es bislang keine Möglichkeit gibt nachzuweisen, ob der Krebs für immer ausgelöscht wurde oder aber ob die CAR-T-Zellen nach wie vor alle Krebszellen kurz nach deren Entstehung abtöten. Das Endergebnis ist identisch, es sind keine Krebszellen im Blut nachweisbar.

Warum werden also nicht mehr Menschen mit einer CART-T-Zell-Therapie behandelt?

  • Die Behandlung ist teuer und benötigt mehrere Wochen Vorbereitungszeit. Zeit, die viele Krebspatienten schlicht nicht haben.
  • Die Behandlung ist riskant, mitunter mit heftigen Nebenwirkungen verbunden und hilft nicht jedem Patienten.

Allerdings können die Ergebnisse aus 10 Jahren Forschung an den ersten Patienten helfen die Therapie zu optimieren und die immunologischen Hintergründe besser zu verstehen. Für die Zukunft ist es zudem das Ziel, die Anwendung auf andere solide Tumoren wie z. B. das Glioblastom, ein besonders aggressiver Hirntumor, auszuweiten und gleichzeitig die Sicherheit und Effektivität der Therapie zu erhöhen.