Gezieltes Drug-Release:
Die Mikroschwimmer sind los

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Ein bislang ungelöstes Problem in der Krebstherapie: Wie können die kranken Zellen gezielt bekämpft werden, ohne die guten zu schädigen? Könnte man die Wirkstoffe gezielt am „Tatort“ verabreichen, könnte nicht nur die Dosis reduziert werden, sondern auch der Kollateralschaden verringert werden. Die Idee, dafür Naniten oder Miniroboter zu benutzen, ist nicht neu. Eine finale Lösung für das eigentliche Transportproblem ist das allerdings noch nicht. Denn wie sag ich dem Roboter, wo er hinfahren soll und wo er abladen soll?

Forscher von zwei Max-Planck-Instituten haben sich dieser Aufgabe gewidmet. Ihre Mikroschwimmer bestehen aus mikroporösen Kohlenstoffnitriden. Dieses Polymer hat photokatalytische Eigenschaften, wodurch es auf Licht reagieren kann. Das Licht wird sowohl als Energiequelle für die Fortbewegung, als auch für die eigentliche Freisetzung des Wirkstoffes genutzt.

Der große Clou ist allerdings, dass die Mikroschwimmer, nach initialer Aufladung mit Licht, auch im Dunkeln weiterschwimmen können und dabei keinen Wirkstoff verlieren, wodurch eine gezielte Freisetzung des Wirkstoffes am Wirkort erst ermöglicht wird. Bislang funktionieren die Schwimmer nur unter Laborbedingungen, allerdings legt diese Grundlagenforschung den ersten Stein für vollautomatisierbare Wirkstoffroboter.