Markteintritt in Brasilien und Indien
Wie SVP Unternehmen unterstützen kann
BRICS: Eine wachsende Wirtschaftsgemeinschaft
Was Ende 2006 unter dem Akronym BRIC für Brasilien, Russland, Indien und China begann, hat sich inzwischen zu einem bedeutenden internationalen Staatenbündnis entwickelt, das zunehmend als Alternative zur G7 und insbesondere zur wirtschaftlichen und politischen Dominanz der USA wahrgenommen wird.
Im Laufe der Jahre wurde die BRIC-Gruppe um weitere Mitgliedstaaten erweitert. Mit dem Beitritt Südafrikas im Jahr 2010 entstand BRICS. Im Jahr 2024 kamen Äthiopien, Ägypten, Iran und die Vereinigten Arabischen Emirate hinzu, wodurch sich die Gemeinschaft zu BRICS+ entwickelte.
Die erweiterte Staatengruppe repräsentierte 2024 mehr als 45 % der Weltbevölkerung und erwirtschaftete kaufkraftbereinigt über 36,7 % des globalen Bruttoinlandsprodukts (BIP). Zum Vergleich: Auf die G7-Staaten entfielen rund 11 % der Weltbevölkerung und 29,6 % des weltweiten BIP, gemessen an der Kaufkraftparität.

Unterschiedliche wirtschaftliche und politische Interessen
Trotz ihres wachsenden internationalen Einflusses verfolgen die BRICS-Staaten keine einheitliche politische oder wirtschaftliche Strategie. Ihre Zusammenarbeit basiert vor allem auf dem gemeinsamen Interesse, ein Gegengewicht zu einer von den USA dominierten Weltordnung zu schaffen. Gleichzeitig unterscheiden sich ihre wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen teilweise erheblich und stehen mitunter sogar im Widerspruch zueinander.
Angesichts der unterschiedlichen wirtschaftlichen Entwicklungen und strategischen Prioritäten der Mitgliedstaaten dürfte es zunehmend schwieriger werden, gemeinsame Positionen und langfristige Ziele zu definieren.
Dennoch hat die Staatengruppe verschiedene Initiativen angestoßen, um alternative wirtschaftliche und finanzpolitische Strukturen aufzubauen. Dazu gehören unter anderem:
- die Gründung der multilateralen Entwicklungsbank New Development Bank (NDB),
- die Entwicklung grenzüberschreitender Zahlungssysteme, die Transaktionen in nationalen Währungen ermöglichen und die Abhängigkeit vom US-Dollar sowie vom SWIFT-System reduzieren sollen,
- die Prüfung neuer Finanzinstrumente, darunter digitale Zentralbankwährungen und Kryptowährungen,
- weitere Maßnahmen zur Stärkung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten.
Viele dieser Initiativen waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung allerdings noch nicht oder nur teilweise umgesetzt.
Wie entwickelt sich BRICS in Zukunft?
Wird die Staatengemeinschaft langfristig an Bedeutung gewinnen oder könnten unterschiedliche Interessen ihren Zusammenhalt gefährden?
Während des BRICS-Gipfels 2023 wurde berichtet, dass mehr als 40 weitere Länder Interesse an einer Mitgliedschaft bekundet hatten. Beim Gipfel 2024 wurde die Aufnahme der Türkei und Venezuelas jedoch durch das Veto mindestens eines bestehenden Mitgliedstaates verhindert.
Die BRICS-Staaten bekräftigten auf dem Gipfel ihren Willen, die finanzielle Zusammenarbeit auszubauen und die multilaterale Kooperation in den Bereichen globale Entwicklung und Sicherheit zu stärken. Dabei verwiesen sie auf die Grundsätze der Charta der Vereinten Nationen und betonten die Notwendigkeit, Herausforderungen wie einseitigen Sanktionen entgegenzuwirken und eine nachhaltige Entwicklung zu fördern.
Gleichzeitig bestehen erhebliche geopolitische Unsicherheiten. Insbesondere die langfristigen Auswirkungen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sowie die zunehmenden Spannungen zwischen China und Taiwan könnten die weitere Entwicklung der Staatengemeinschaft beeinflussen. Hinzu kommen militärische Konflikte, beispielsweise zwischen Israel und seinen Nachbarstaaten, sowie wachsende internationale Handelskonflikte. Diese Entwicklungen belasten die Weltwirtschaft und erschweren internationale Bemühungen um Frieden und Stabilität.
Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein genauerer Blick auf zwei Mitgliedstaaten, die bislang häufig im Schatten Russlands und Chinas standen: Indien und Brasilien. Beide Länder bieten interessante wirtschaftliche Perspektiven und potenzielle Geschäftsmöglichkeiten für deutsche und europäische Unternehmen.

Indien – Wachstumsmotor der Weltwirtschaft
Indien zählte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zu den am schnellsten wachsenden großen Volkswirtschaften der Welt. Das Land verzeichnete ein höheres Wirtschaftswachstum als zahlreiche andere aufstrebende und sich entwickelnde Volkswirtschaften Asiens.
Zugleich hat sich Indien in verschiedenen Industriezweigen international etabliert. Dazu gehören insbesondere die Informationstechnologie, die Pharmaindustrie, die Raumfahrt sowie die Biotechnologie.
Ein wesentlicher Treiber des wirtschaftlichen Wachstums und des zunehmenden Wohlstands ist der Dienstleistungssektor. Dieser erwirtschaftete nahezu 50 % des indischen Bruttoinlandsprodukts, beschäftigte jedoch lediglich rund ein Drittel der Erwerbstätigen.
Politische Entwicklungen und wirtschaftliche Herausforderungen
Die Parlamentswahlen im Juni 2024 führten zu einer veränderten politischen Ausgangslage. Premierminister Narendra Modi verlor mit seiner Partei überraschend die absolute Mehrheit und war damit stärker auf die Unterstützung seiner Koalitionspartner angewiesen.
Insbesondere die beiden wichtigsten Koalitionspartner galten als anspruchsvolle Verhandlungspartner, von denen erwartet wurde, dass sie für ihre Unterstützung erhebliche politische Zugeständnisse einfordern würden. In seiner dritten Amtszeit stand Modi vor der Herausforderung, das Wirtschaftswachstum stärker in der gesamten Bevölkerung wirksam werden zu lassen.
Ein zentrales Ziel war es, Indien als internationalen Produktionsstandort attraktiver zu machen und auf diese Weise zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Ausländische Investoren und Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit nach Indien ausweiten möchten, spielen dabei eine wichtige Rolle.
Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien
Wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Indien
Deutschland und Indien haben ihre wirtschaftliche und politische Partnerschaft in den vergangenen Jahren weiter intensiviert.
Im Mai 2022 wurde die „Partnerschaft für grüne und nachhaltige Entwicklung“ ins Leben gerufen. Ziel dieser Initiative ist es, die bilaterale Zusammenarbeit zu vertiefen und verschiedene Akteure aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft einzubeziehen.
Für deutsche und europäische Unternehmen ergeben sich daraus zusätzliche Möglichkeiten, sich an der wirtschaftlichen Entwicklung Indiens zu beteiligen und neue Geschäftsfelder zu erschließen.

Brasilien – Auf dem Weg zu einem stabilen Wirtschaftswachstum
Brasilien nimmt innerhalb Lateinamerikas eine bedeutende wirtschaftliche und politische Rolle ein. Darüber hinaus ist das Land ein wichtiger Akteur im internationalen Handel, bei Fragen der globalen Sicherheit sowie insbesondere im Wald- und Klimaschutz.
Langfristig verfügt Brasilien über ein erhebliches wirtschaftliches Potenzial. Dazu tragen unter anderem die umfangreichen natürlichen Ressourcen, eine breit aufgestellte industrielle Basis und gut ausgebildete Fachkräfte bei.
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung übertraf das brasilianische Wirtschaftswachstum bereits im fünften Jahr in Folge die ursprünglichen Prognosen verschiedener Finanzinstitutionen.
Wirtschaftsreformen als Grundlage für weiteres Wachstum
Ein wesentlicher Faktor für die positive wirtschaftliche Entwicklung waren Reformen früherer Regierungen. Dazu gehörten insbesondere Arbeitsmarkt- und Rentenreformen sowie Privatisierungsmaßnahmen, die unter anderem den Ausbau der Infrastruktur begünstigten.
Unter Präsident Luiz Inácio Lula da Silva wurde die Steuerreform weiter vorangetrieben. Diese sollte bürokratische Hürden reduzieren und die Voraussetzungen für ein langfristig stabiles Wachstum sowie eine nachhaltige Reindustrialisierung verbessern.
Auch die neue Industriepolitik verfolgte diese Ziele. Gleichzeitig sollten Zinssenkungen und staatliche Investitionsprogramme insbesondere den Ausbau der Infrastruktur fördern.

Geschäftsmöglichkeiten für deutsche und europäische Unternehmen
Geschäftsmöglichkeiten für deutsche und europäische Unternehmen
Deutschland zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Brasiliens und belegte zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nach China und den USA den dritten Platz.
Deutsche Produkte genießen in Brasilien grundsätzlich einen guten Ruf. Allerdings stehen deutsche Unternehmen häufig im Wettbewerb mit preisgünstigeren Produkten aus Ostasien. Dies stellt insbesondere auf dem stark preisorientierten brasilianischen Markt eine Herausforderung dar.
Europäische Hersteller können sich dennoch durch qualitativ hochwertige Produkte und insbesondere durch zuverlässige Serviceangebote vor Ort vom Wettbewerb differenzieren.
Attraktive Geschäftsmöglichkeiten ergeben sich unter anderem in folgenden Bereichen:
- Erneuerbare Energien
- Energieeffizienz
- Nachhaltige Stadtentwicklung
- Maßnahmen für einen gerechten wirtschaftlichen und ökologischen Strukturwandel (Just Transition)
Diese Bereiche bieten Potenziale für Unternehmen, die neue Absatzmärkte erschließen, bestehende Geschäftstätigkeiten ausbauen oder langfristige Partnerschaften in Brasilien aufbauen möchten.


Internationale Marktanalysen und Markteintrittsstrategien mit SVP
Unternehmen, die neue internationale Märkte erschließen möchten, benötigen fundierte Informationen über die jeweiligen Marktbedingungen, Wettbewerbsstrukturen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. SVP unterstützt Unternehmen mit individuell zugeschnittenen Marktanalysen und Recherchen bei der Bewertung internationaler Geschäftsmöglichkeiten.
Unser Leistungsspektrum reicht von länderspezifischen Marktstudien und PESTEL-Analysen zur Bewertung der Marktattraktivität bis hin zu detaillierten Untersuchungen einzelner Branchen, Industriezweige und Anwendungsfelder. Ziel ist es, Unternehmen eine belastbare Informationsgrundlage für strategische Geschäftsentscheidungen bereitzustellen.
Internationale Expertise durch unser Partnernetzwerk
Neben international verfügbaren, insbesondere englischsprachigen Informationsquellen greifen wir bei unseren Analysen auf die Expertise unseres weltweiten Partnernetzwerks zurück. Unsere Netzwerkpartner verfügen über fundierte Kenntnisse der jeweiligen lokalen Märkte und ermöglichen bei Bedarf den Zugang zu zusätzlichen Informationsquellen, Marktteilnehmern und Branchenexperten. Insbesondere sprachliche, kulturelle und regulatorische Besonderheiten lassen sich durch lokale Marktkenntnisse besser berücksichtigen.
Durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Partnern in wichtigen Wirtschaftsräumen können wir Unternehmen weltweit bei Fragestellungen rund um Marktpotenziale, Wettbewerbsstrukturen und Geschäftsmöglichkeiten unterstützen. Die folgenden Beispiele geben einen Einblick in die Expertise unseres internationalen Netzwerks.

Teresa – Netzwerkpartnerin in Portugal
„In bestimmten Situationen können sprachliche und kulturelle Barrieren den Zugang zu wertvollen Informationen erschweren. Wer mit der Kultur eines Landes vertraut ist und die Landessprache beherrscht, kann nicht nur zusätzliche Sekundärquellen erschließen, sondern auch direkt mit Marktteilnehmern und Experten kommunizieren.
Dank dieser Kenntnisse kann ich von Portugal aus zahlreiche Fragestellungen zum brasilianischen Markt bearbeiten. Darüber hinaus unterstütze ich Unternehmen auch bei internationalen Projekten, beispielsweise bei der Vorbereitung von Due-Diligence-Prüfungen.“
Mira – Netzwerkpartnerin in Indien
„Als langjährige Partnerin von SVP bestand eine meiner wichtigsten Aufgaben darin, als Schnittstelle zum indischen Markt zu fungieren. Durch meine Erfahrung konnte ich häufig alternative Vorgehensweisen aufzeigen, die bessere Erfolgsaussichten für Unternehmen auf dem indischen Markt boten. Lokale Präsenz, Sprachkenntnisse und ein tiefes Verständnis für kulturelle Besonderheiten sind dabei nach wie vor entscheidend. Dies gilt insbesondere für ein multikulturelles Land wie Indien mit seiner Vielfalt an Religionen und Sprachen.
Da ich mich inzwischen auf meinen Ruhestand vorbereite, freue ich mich, meine Aufgaben an die nächste Generation qualifizierter Marktforscher weiterzugeben, die zusätzliche Methoden und Werkzeuge in die Arbeit einbringen wird.“

Subra – Netzwerkpartner in Indien
„Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung in der Marktforschung und Unternehmensberatung, insbesondere in der Chemie-, Biotechnologie- und Pharmaindustrie, unterstütze ich europäische Unternehmen bei ihren Geschäftsaktivitäten in Indien und darüber hinaus. Dazu zählen auch Märkte im Nahen Osten, in Afrika sowie in weiteren Regionen Südasiens.
Meine Leistungen umfassen unter anderem Markt- und Unternehmensrecherchen, Datenanalysen, Technologie- und Investitionsanalysen, Untersuchungen zum Kundenverhalten sowie die Unterstützung bei der internationalen Geschäftsexpansion.“

Anja Fürbach, Market Intelligence Senior Expert
Quellen:
- Worldbank, OECD, IMF, GTAI, BMZ, Destatis, press
- https://www.destatis.de/
- https://www.freiheit.org/
- https://www.gtai.de/
- https://www.imd.org/
- https://www.imf.org/
- https://data.worldbank.org/
- https://de.wikipedia.org/
- https://www.dandc.eu/
- https://www.bmz.de/
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